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(News)Letter Dezember 2017: Jahresrückblick und Weihnachtsgruß

Liebe Freunde und Unterstützer von BZW.Beziehungsweise(n),

Ende des Jahres 2017 schauen wir auf ein für uns sehr bewegtes Jahr zurück. Es war ausgesprochen spannend und aufregend.

Unser Film „Satu & Helm – Helm & Satu“ sowie zwei weitere kürzere Begleitfilme wurden fertiggestellt, englisch untertitelt und wir konnten sie bei Sonnenschein im Juli im Presswerk abholen.

Es folgten verschiedene Veranstaltungen, beim Helm Stierlin Institut und beim sysTelios Gesundheitszentrum, wo wir die Filme zeigen konnten. Die mehrheitlich begeisterten, nachdenklichen und berührten Reaktionen des Publikums haben uns darin bestätigt und ermutigt, mit der Verbreitung der Idee zur Bezogenen Individuation fortzufahren.

Höhepunkte waren das „Würde-Symposium“ des Milton-Erickson-Instituts und die 10-Jahresfeier von sysTelios Ende September, wo wir die Filme nicht nur in Gänze zeigen konnten, sondern sie auch Bestandteil von zwei unterschiedlichen Workshops waren. Somit ist der erste Schritt hinaus in die Kongresslandschaft erfolgreich getan.

Wie ihr wisst, haben wir den Hauptfilm auch bei verschiedenen Dokumentarfilmfestspielen eingereicht. Etliche stehen noch aus – weshalb wir nach wie vor Einschränkungen in der Verkaufsstrategie unterliegen (Verkauf auf direkte Anfrage, Prozedere s.u.). Zu unserer großen Freude wurde er bereits beim Film Market des Internationalen Dok-Filmfestivals in Leipzig angenommen. Wir waren im Oktober selber vor Ort und konnten so einige positive Rückmeldungen persönlich entgegennehmen. Es liegen Anfragen zu Teilnahmen an anderen Festivals vor. Unsere Plakate waren in Leipzig jedenfalls gut sichtbar und Björn, unser beziehungsweise(n)-Maskottchen, hat sich auch alles besonders gut angeguckt.

 

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Um diesen Schwung jetzt weiterhin gut nutzen zu können, werden wir uns in der nächsten Zeit um Möglichkeiten bemühen, den Film und die Idee der Bezogenen Individuation zu verbreiten. Geplant sind zum Beispiel regelmäßige Vorführungen von „Satu & Helm – Helm & Satu“ bei sysTelios. Am 6. Januar wird ein einer der kürzeren Begleitfilme bei der LöWe® Ideenwerkstatt in Mainz dargeboten und  es gibt weitere Ideen von systemischen Instituten, Film&Dialog-Projekte anzustoßen. In Kürze werdet ihr auf unserer Seite einen Kalender finden, aus dem ihr entnehmen könnt, wann und wo wir mit dem Film unterwegs sind. Wenn ihr noch weitere Anregungen und Unterstützungsangebote habt oder euch ebenfalls für das Ausrichten von Film&Dialog-Veranstaltungen interessiert, dann lasst es uns gern wissen und wendet euch direkt an events@beziehungsweisen.eu. Den aktuellen Trailer sowie Pressematerialien findet ihr unter: http://satu-helm.laurastruempfel.com/

Falls ihr noch DVDs für den eigenen Bedarf oder als Weihnachtsgabe benötigt, so geht das im Rahmen unser Vorpromotion-Aktion wie folgt:

Ihr könnt den Film als Belegexemplar ganz einfach per Mail an vertrieb@beziehungsweisen.eu ordern. Schreibt bitte Anzahl der gewünschten DVDs, Name, Adresse und Email in die Mail, damit wir alle Daten für eine Rechnungserstellung haben. Ihr erhaltet dann die DVD und die Rechnung mit der Bitte, die 25,00 Euro je DVD (zuzüglich einmalig 3,00 Euro Versandkostenpauschale) auf unser Konto zu überweisen.

Wir von BZW freuen uns auf ein, im wahrsten Sinne des Wortes, weit-reichendes Jahr 2018 und wünschen euch noch eine besinnliche Vor- und Weihnachtszeit, dass ihr bereits alle Geschenke schön verpackt im Schrank liegen habt und mit guter Laune am 31.12.2017 den Übergang ins Neue Jahr feiern könnt.

Seid herzlich gegrüßt vom ganzen BZW-Team

Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm’ ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte –
Rechnet sich aus allem Braus
Doch ein richtig Leben raus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.
Theodor Fontane

Siebter (News)Letter: DGsP-Kongress

Vom 11.-13. November 2016 fand in den Räumen der sysTelios Klinik der Kongress der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik „Ich denke sowieso mit dem Knie“ statt.

Knie Ambiente

Während dieser großartigen Tagung, die von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Arbeitsstellen, Körperlichkeit und unterschiedlichen Alters mit viel Begeisterung und Fachwissen gestaltet wurde, konnte das BZW Team den Film “Satu & Helm  – Helm & Satu” nicht nur vorführen, sondern auch zu einem anschließenden Austausch darüber einladen.

Hier ein Auszug aus den Rückmeldungen. In der Hoffnung, dass sie euch zum Weiterspinnen der eigenen Gedanken anregen mögen:

Bezogene Individuation bedeutet für mich, fürsorgliche Schonungslosigkeit mit sich selbst und dem anderen, um den Raum dazwischen als gemeinsamen Verantwortungsraum zu nutzen.

Ein Seiltanz des Lebens – ständig zu versuchen, das Gleichgewicht zu halten und die „Schwindelsucht“ zu besiegen.

Verhält sich Bezogenheit und Individuation wie Exklusion und Inklusion?

Unter der Annahme: „wir haben zu viele Individualisten“ die Frage, wie eine  Gemeinschaft/Gesellschaft gelingen kann und woher der Kitt kommt, damit wir in Beziehung bleiben können?

Wie können wir das Leben so gestalten, dass wir uns einander zumuten dürfen?

Nachdem wir euch in unserem Oktober “Premiere-Letter” ja bereits ganz gut über den Inhalt und die gestalterische Kraft des Films informiert haben, werden wir diesen Letter mit einigen bildlichen Impressionen schließen.

Die Hauptakteure…

Filmtitel Hauptakteure 1
Filmsequenz Hauptakteure 2
Hauptakteure 3 Hauptakteure 4

Zwei die ziemlich viel Spaß miteinander hatten…

Spaß 1 Spaß 2

Und dann noch die drei, die gerne mal im Hintergrund bleiben…

Hintergrund 1 Hintergrund 2 Hintergrund 3

Zum Schluss möchten wir gern ein Zitat von Joseph Beuys, das uns sehr beeindruckt hat, mit euch teilen:

“Es muss etwas ins Blickfeld kommen
bevor es da ist.
Das nenne ich:
aus der Zukunft heraus bewegt sich etwas.
Da gibt´s auch eine Ursache,
aber die Ursache liegt in der Zukunft,
und logischerweise ist die Wirkung in der Gegenwart eher da,
als die Ursache in der Zukunft zu finden ist.”

 Weihnachten liegt ja noch in der Zukunft, in unser Blickfeld ist es aber längstens im September mit den ersten Lebkuchen im Supermarkt gerückt! Wir nehmen das als wunderbares Beispiel für das obige Zitat und nutzen die Gelegenheit, allen Beziehungsweislern ein schönes, je nach Gefühls- und Bedürfnislage besinnliches oder turbulentes Weihnachtsfest zu wünschen

 Und anschließend fröhliche Tage und einen beschwingten Rutsch in das neue, spannende Jahr 2017.

Euer BZWBeziehungsweisen Team

Weihnachten

 

Sechster (News)Letter Oktober 2016: Filmpremiere!

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“Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.” (Ernst Bloch)

Wenn man es genau nimmt, geht zwar vieles gerade erst richtig los, aber: Unsere gemeinschaftliche Unternehmung, der Film “Satu & Helm – Helm & Satu” über das Ehepaar Stierlin hat am 16. Oktober 2016 Premiere gefeiert und ist somit fast fertig.
Das gesamte Team von BZWbeziehungsweisen und die Filmcrew hatten zur Premiere des Werkes in das Programmkino Brennessel in Hemsbach geladen. Mit ungefähr 130 Gästen konnten wir sehen und erleben, wie sehr sich der Film seit der Preview im Juli verändert hat. Wie viel Tiefe er gewonnen, wie sehr er an Aussagekraft zugenommen  hat und wie kraftvoll seine Bilder geworden sind.
Auch diesmal gab es ein musikalisches Schmankerl. Astrid und Silke haben mit ihren Instrumenten einen wunderbaren Rahmen und Bogen gespannt, der vorher und nachher für womöglich noch mehr Behagen bei den Zuschauern sorgen konnte.
Das Zitat von Ernst Bloch beschreibt sehr gut, worum es in dem Film unter anderem geht. Ich schreibe hier mit Absicht “unter anderem”, denn die knapp 90 Minuten sind so  vielschichtig, dass sich der Inhalt und die Aussage des Films auch nicht mit dem treffendsten Zitat in einen Satz fassen ließen. Deutlich wird jedenfalls der beharrliche Prozess der beiden Protagonisten, das eigene Leben in einer ständigen Balance zwischen dem Ich und dem Wir halten zu wollen. Und dass es die Bereitschaft geben muss, sich nicht nur als Individuum, sondern auch gemeinschaftlich als Paar mit einer Diskrepanz auseinander zu setzen: der Diskrepanz, die sich aus dem ständigen Wunsch nach den scheinbaren Gegensätzen “Dazugehören” und “individuelle” Entfaltung ergibt.

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Und dann stellt sich zusätzlich die Frage, wie viel Individualität im Alter, wenn Abhängigkeiten zunehmen, noch möglich ist. Wie geht ein Paar, geprägt von nicht nur 50 gemeinsamen Ehejahren sondern auch von einer gemeinsamen therapeutischen Vergangenheit mit der eigenen Endlichkeit um?

Auf leisen Sohlen, fast französisch anmutend, kommt der Film daher und schleicht sich unmerklich aber eindringlich in Hirn und Seele des Zuschauers.  Es entsteht das Bild eines  Paares, das sich mutig und liebevoll bemüht, täglich “erst zu werden”. Zwar manchmal auf wackeligen Beinen aber immer mit Energie, Wertschätzung und Wohlwollen für sich und den anderen und oft mit einem humorvollen Zwinkern im Auge.

Es ist den Filmemachern eindrucksvoll gelungen, das, was Helm Stierlin als die “Versöhnungsleistung des Lebens” bezeichnet, auf bewegende aber auch unterhaltsame Weise sichtbar werden zu lassen. Wir wünschen dem Film daher, dass sich verwirklichen möge,  was ein Besucher bei der anschließenden Diskussion sagte:

“Bringt den Film unter die Leute.”

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Und genau das ist unser nächstes Ziel. Im Augenblick sind wir mit den Vorbereitungen für die DVD-Produktion beschäftigt. Desweiteren ist die bundesweite Verbreitung von „Satu & Helm – Helm & Satu“ geplant. Genaue Schritte dazu bedenken wir gerade und freuen uns sehr über Anregungen, Ideen oder Hilfsangebote von euch.

Auch möchten wir euch eher ungewöhnliche Mitglieder von BZWbeziehungsweisen vorstellen. Die grüne Lebenslinie, die wir zu jeder Veranstaltung mitbringen, ist euch inzwischen ja bestimmt nicht mehr neu.  Vielleicht haben einige von euch auch bereits Bilder von ihren Kindern gesehen? Einige von Björn, dem kleinen Lebenslinien-Schlangenmann, waren bereits auf Facebook aufgetaucht.  Wenn wir über Bezogene Individuation nachdenken,  entsteht auch ein Bild von in sich verschlungenen Lebenslinien, von Begegnungen, die sich nicht nur wortwörtlich sondern auch im übertragenen Sinne berühren.

Nun ist die BZW-Lebenslinie ja hier bei uns zu Hause und, da groß und lang und schwer, nicht so reiselustig. Ihre Ableger aber sehr wohl. So sind einige bereits nach der Premiere zu  anderen Mit-Menschen  nach Hause gereist. Weitere werden wohl folgen. Wir hoffen, mit den fröhlichen  Minischlangen ein Stück von unserer Idee der Bezogenen Individuation ganz handfest weitergeben und die Zwischenräume, sowohl örtlicher als auch anderer Natur, mit ihrer Hilfe ein Stück weit überbrücken zu können.

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Einladung zur Filmpremiere am 16.10.2016

Liebe Freunde, Kollegen, liebe „Mit-Menschen“,

vor einer ganzen Weile haben das Team von BZW.Beziehungsweise(n)  und das Team der Filmemacher einen ersten kleinen Schritt zur Produktion des Films „Satu und Helm“ (zum Thema Bezogene Individuation im Hinblick auf das Alter) gemacht. Viele weitere kleine und große Schritte sind dem ersten gefolgt und nun schreiten wir mit Siebenmeilenstiefeln dem Höhepunkt entgegen: der PREMIERE!

Wir freuen uns sehr über das gemeinsam entstandene Projekt und möchten euch ganz herzlich dazu einladen, seine „Geburtsstunde“ mit uns zu feiern.

Premiere: Satu und Helm – Beziehungsweisen
Wann: am Sonntag, den 16.10.2016 um 11:00
Uhr
Wo: in der Brennessel, Landstr. 35, in 69502 Hemsbach

Wie sich das für eine richtige Premiere gehört, sind die Karten nicht nur begehrt, sondern auch begrenzt. Wir bitten euch daher herzlich, uns bis zum 01.10.2016 Bescheid zu geben, ob ihr kommen möchtet und wie viele Karten ihr benötigt (10 Euro/Karte). Wir werden dann die entsprechende Anzahl an Eintrittskarten an der Kinokasse hinterlegen.

Mail: info@beziehungsweisen.eu | Telefon: 0 721 – 23 555 | Mobil: 0172 – 71 36 946

Die Brennessel ist ein wunderschönes altes Plüschkino und wir stricken schon fleißig am roten Teppich, auf dem wir dann gemeinsam mit Sekt und Orangensaft beschwingt bezogene Individuation leben können.

In fröhlicher Vorfreude senden wir herzliche Grüße

Andrea Eitel
Sibylle Kettgen
Mechthild Reinhard
Gunther Schmidt

Ein Hinweis vorab: Wir werden während der Veranstaltung fotografieren. Diese Fotos können dann z. B. auf der Website www.beziehungsweisen.eu oder in anderen Medien, bzw. auf anderen Plattformen wie z. B. Facebook erscheinen. Wer als Person nicht gezeigt werden möchte, teile uns dies bitte vor der Veranstaltung am Eingang mit.  Vielen Dank!

BZW.Beziehungsweise(n) in Kooperation mit:

kooperationspartner

Abschließend ein Gedicht, das auch auf unserer Einladungskarte abgedruckt ist:

Ein Mensch, beseelt von Wunsch und Lust,
zum Glück noch nicht geplagt von Frust,
zwar eher arm an fachlich` Können
dafür erfüllt von inn´rem Brennen
mit seiner Hände Schaffenskraft,
gestalten will, was dauerhaft.

So wiegt der Mensch den Plan in Händen,
um ihn – oh weh – bald zu beenden.
In der Gewissheit: große Dinge
können dem Kleinen kaum gelingen.

Jedoch, und hier beginnt die Crux,
machen sich Menschen oft den Jux
und starten in Gemeinschaft Bauten
die ganz allein sie sich nicht trauten.
Und so entsteht in Mehrheitshirnen
der feste Glaube, dass aus wirren
Ideen, die die Masse hegt,
ein wunderbarer Film entsteht.

Und wo ein Einzelner mal zweifelt,
ungläubig sich ans Stirnhirn greifet,
da wird die Menge unverdrossen
beglückt und mutig die Genossen-
schaft gründen und geschwind erwecken
auf dass sie diene edlen Zwecken.

Die Menschen, nun vereint im Bunde,
trotz manch gedrehter Ehrenrunde,
erschaffen mit  Begeisterung
den Film: was für`ne Leisterung!

„Satu und Helm“, so heißt das Stück
das, von der Produktion zurück,
wo es ganz liebevoll gepflegt,
die Gruppe euch zu Füßen legt.
Und hofft, dass man in großer Meute
sich des Films alsbald erfreute.

Der Mensch, der mal allein gestartet,
hätte im Traume nie erwartet,
dass auf Sohlen, fein und leise
seine Idee zieht solche Kreise.
Dass, wo er einzeln früher stand
Gemeinschaft nun Bestimmung fand.

Das nennt man dann, ach, –
längst wisst ihr es schon
Bezogene Individuation!

Fünfter (News)Letter Juli 2016: Preview des beziehungsweisen-Films

Unser nahezu-fast-bald-schon abgeschlossenes Projekt, der Film über die Bedeutung der Bezogenen Individuation im Alter, am Beispiel von Helm und Satu Stierlin, ging am 03.07.16 in eine neue Phase: bei einer Preview stellten sich Film und Filmemacher zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Das Ganze fand in Heidelberg statt, genauer in der Kamera, einem wunderschönen, kleinen alten Programmkino mit roten Plüschsesseln und viel Charme.

 Kino "Die Kamera"  beziehungsweisen-Karten

Nach dem Motto “Beziehungsstiften leicht gemacht” gab es bereits lange vor Veranstaltungsbeginn, in einem gegenüberliegenden Cafe erste Verbindungen zwischen Filmteam und Besuchern. Und zwar in Form eines älteren Herren der, wie sich herausstellte, ein langjähriger Wegbegleiter von Satu ist und im Verlauf des Tages noch ein große Rolle spielen sollte.

Kurz vor Filmbeginn füllte sich der kleine überdachte Eingangsbereich der “Kamera” mit Freunden und Gästen, die sich bei Sekt und Gebäck munter miteinander vermischten. Im Kino selbst wurden wir dann mit den Klängen eines Organettos, gespielt von Astrid Oswald, begrüßt. Sicher kennen manche von uns dieses Instrument von mittelalterlichen Gemälden, auf denen es meist von Engeln gespielt wird. Nach diesen Abbildungen wird es auch heute nachgebaut. Das Organetto  ähnelt, der Name sagt es bereits, einer Orgel, wobei hier jedoch die besondere Herausforderung an den Musiker darin liegt, dass der den Wind mit einem Balg per Hand selbst erzeugen muss, was das Spielen erheblich erschwert.

Die Filmemacher  Astrid Oswald am Organetto

Die 45 Minuten Filmmaterial, die für die Preview zusammengestellt wurden, hatte das Team wie Perlen auf eine Schnur, bzw. einen roten Faden gefädelt. Dafür eine aussagekräftige Auswahl zu treffen, die ein gutes  Bild des gesamten Filmprojektes (90 Minuten) vermittelt, ist nicht einfach. Man muss die Länge und Intensität der einzelnen Schnipsel beachten, die Schnitte richtig setzen und Zusammenhänge darstellen. Das erforderte vom Filmteam nicht nur ein tiefes Verständnis für den Inhalt des Films und die Botschaft, die wir in die Welt der Zuschauer bringen möchten, sondern vor allem ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen in die Welt der Protagonisten. Und als Teil dieser Zuschauer können wir nur sagen: das ist ihnen ausgezeichnet gelungen!

Der eingangs erwähnte ältere Herr, Fletcher Dubois, Professor und Liedermacher, beschenkte Satu, Helm und das Publikum anschließend mit einem “Spontanlied”. Zwei Szenen im Film hatten ihn dazu inspiriert: In der einen ging es um die Suche nach einem Kamm, die zum Finden derer zwei führte und in der anderen um eine Gedächtnisübung, in der ein Vogel eine Rolle spielt. Der Auftritt  von Fletcher war großartig und auch wenn der “nackte” Text dem Ganzen nicht gerecht wird, möchten wir ihn euch nicht vorenthalten. Bei allen, die dabei waren, werden sich sicherlich Bild und Ton sehr schnell einstellen und alle anderen können sich eine Soulmusik mit rhythmischem Fingerschnipsen dazu vorstellen:

Two lifelines, woven together
going through all kinds of weather
blooming trees, soft breeze, a thunderstorm
keeping each other warm
One of you looks and then the other one does too for a comb
And each finds one so you have two right there at home
Somehow the bird can still be there
Although it has flown

Als dann sämtliche Beifallsstürme abgeklungen waren, hatten wir noch Zeit für eine Fragestunde. Eine Frage, die offensichtlich mehrere Zuschauer beschäftige war, welche Gedanken hinter dem Film stehen beziehungsweise, mit welchen stilistischen Mitteln die Kernbotschaft der Bezogenen Individuation umgesetzt wurden. Ein wichtiges Element, so dass Filmteam, war, dass sie sich für eine feststehende Kamera entschieden hatten. So gibt es Szenen im Film, wo die Protagonisten auf die Kamera zugehen und dadurch dann zum Beispiel ein Teil des Kopfes abgeschnitten wird. Oder Aufnahmen, in denen sie zwar zu hören, aber nicht zu sehen sind, weil sie gerade mal um eine Ecke gebogen waren. Das kann im ersten Moment befremdlich wirken, verfolgt aber das Ziel, den Gedanken der Bezogenen Individuation konsequent umzusetzen. So war es besonders eben Helm und Satu Stierlin während der Dreharbeiten, die ja in einem sehr privaten Umfeld stattgefunden haben, jederzeit möglich, zwischen Beziehung (zur Kamera) und Individuation (von der Kamera) selbst zu entscheiden. Denn genau darum geht es ja im Film: wie werden neue Balancen gefunden, wie richtet man sich allein und zu zweit in neuen Lebensabschnitten ein, wie kann ein körperlicher oder geistiger Mangel durch eventuelle neu hinzukommende Fähigkeiten ausgeglichen werden? Oder, vereinfacht gesagt, wie beeinflusst Wandel menschliche Beziehungen?

Marc und Fletcher Dubois newsletter05_006

Neben allen Glückwünschen gab es auch den Kritikpunkt, die Geschichte sei zu harmonisch erzählt, der Film würde die weniger schönen Momente in einem alternden Leben vernachlässigen und sei dadurch zu wenig realistisch. Hier zeigt sich zum Einen natürlich genau die Schwierigkeit, die im Aussuchen der einzelnen Filmausschnitte für die Preview bestand. Wie schafft man es, das ganze Werk aussagekräftig zu machen und es doch so unfertig zu lassen, dass genügend Neugier für das Gesamtprojekt geweckt wird? Und zum anderen wird der Film selbstverständlich auch in seiner Gesamtlänge nur kleine Puzzleteilchen eines Lebens abbilden können. Wir alle wissen um die Unterschiedlichkeit  der individuellen Lebenserfahrungen und Lebensverläufe. Kein Film und sei er noch so lang, könnte dem zur Gänze gerecht werden.

Zwei Begebenheiten möchten wir aber noch herausheben:

Erstens, das Lob, das Lachen und die Anerkennung der Inhaberin der “Kamera”, Fr. Mauerer und ihres Mitarbeiters, die beide sehr begeistert von der Vorführung waren und als Kinomenschen wohl mit Fug und Recht als Kenner und kompetente Kritiker gelten können.

Und zweitens die Bemerkung einer Zuschauerin, die wir zitieren dürfen:

“Beim Zuschauen kommt man in die Aufmerksamkeit für das Kleine. Das ist das Lebensgeheimnis schlechthin.” (Karoline Saal)

nach der Vorstellung

 

Vierter (News)Letter BZW – Mit beziehungsweise(n) auf Tour…

Unter dem Motto: „Bezogene Individuation leben“ fand die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik (DGsP) in Erfurt statt und wir von beziehungsweise(n) durften das Wochenende tatkräftig mitgestalten.

Helm Stierlin hat das spannend klingende Wortpaar „Bezogene Individuation“ vor über 50 Jahren geprägt und erfüllt es nicht nur in seiner beruflichen Welt sondern auch im Zusammensein mit seiner Frau Satu täglich immer wieder neu mit Leben. In unserem Film zeigen wir zwar viele Beispiele, wie das gehen kann, aber an diesem Wochenende konnten wir „live, umsonst und draußen“ miterleben, wie die beiden ihre innere Haltung ganz unaufgeregt und selbstverständlich im Außen umsetzen.

Besonders beeindruckt hat uns ihre Neugierde und Bereitschaft, sich auf die unterschiedlichsten Dinge einzulassen, gepaart mit dem Verständnis, dass dazu eben auch Unbequemlichkeiten gehören. Nicht zuletzt die lange Anfahrt von Heidelberg nach Erfurt – 10 Stunden im Auto innerhalb eines Wochenendes – im zarten Alter von überachzigundeinbisschen keine Kleinigkeit. Mit Keksen, Erdbeeren, Äpfeln, Radieschen, Gesprächen und Schlummerrunden hatten wir am Freitag eine fröhliche Anfahrt. Nur einmal gab es eine kurze Irritation: bei einem Tankstopp verabschiedeten sich die beiden mit einem „wir gehen mal ein Stück“ und kehrten einfach nicht wieder. Wir fanden sie dann im Restaurant, wo sie in guter Weise Selbstfürsorge in Form eines leichten Imbisses übten! Wir leisteten ihnen dankbar Gesellschaft.

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Die Jahrestagung der DGsP begann am Samstagmorgen mit ganz viel Bezogenheit. Etwa 60 Teilnehmer begrüßten sich, Altbekannte und Neue sowie Altbekanntes und Neues in einem fröhlichen, stimmungsvollen Austausch. Um dann aber doch wieder in einen guten, systemisch-pädagogischen Diskurs zu kommen, wurden wir mit spannenden Informationen durch verschiedene Impulsreferate gefüttert. Das Ganze leitete Silke Palmowski mit zwei wunderbaren Metapher-Geschichten ein.

Birgit Jaepelt referierte danach auf einprägsame und ungewöhnliche Weise über Gregory Bateson, Winfried Palmowski fand viele kluge und berührende Worte über Umgang und Wirkung von Sprache und Mechthild Reinhard sprach mit Satu und Helm Stierlin über deren Lebens-Versöhnungsleistung, die sich im Grunde als Handlung hinter dem Begriff „Bezogene Individuation“ zeigt.

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Einen Punkt, den BZW während der Tage setzen wollte war, das „Da-zwischen“ zu betonen und Austausch möglich zu machen. Für letzteres sorgte die sich steigernde Begeisterung der Teilnehmer von ganz alleine und den Raum dazwischen konnten wir nicht nur in den unterschiedlichen Workshops immer wieder erleben, sondern auch in jeder einzelnen Begegnung. Und je mehr wir uns bewusst wurden, dass es diesen Raum gibt, wie er aussehen könnte und dass er von uns allen gestaltbar ist, umso bunter, voller und reichhaltiger wurde er.

Wenn man solche unsichtbaren Räume begehbar macht, entstehen übrigens manchmal auch völlig neue sprachliche Räume. Wie diese Zitate zeigen:

„Ich bin sowohl als auch“ – Holgers Kernsatz bei der Vorstellungsrunde über sich.

„Ich muss mich verherbsten“ – Rainers Verkürzung von Rilkes Herbstgedicht beim Anblick der Teilnehmer, die sich bei zunehmendem Sonnenschein entblätterten.

Und wie immer, bei unseren sich selbstorganisierenden Prozessen, verlief das Wochenende dann doch irgendwie anders als geplant, irgendwie viel erfolgreicher als gedacht und irgendwie überraschend genau in der Zeitplanung!

Zu Gast waren neben den vielen Begeisterten auch noch Zauberinnen, Gartenzwerge, lebende Schachfiguren und eine als Lebenslinie getarnte fröhliche grüne Schlange.

Wir von BZW freuen uns auf weitere Aktivitäten, seien sie persönlicher, schriftlicher, bildhafter oder geistiger Art!

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Termine und Pläne:

  • Film-Preview: 03. Juli 2016, 11:30 Uhr im Kino “Die Kamera”, Brückenstraße 26, 69120 Heidelberg; Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir alle Interessenten, sich mit uns unter info@beziehungsweisen.eu in Verbindung zu setzen.
  • Filmpremiere: Oktober 2016
  • DGsP-Kongress: 11.-13. November 2016
  • Filmpreise einheimsen

Wer „Lust auf mehr“ hat und regelmäßig informiert werden will, kann dies mit unserem (News)Letter bzw. bei Facebook tun.

Dritter (News)Letter BZW – Unser „Systemisches Vernetzungs-Event“ am 19.03.16 im DAI Heidelberg:

Die zweite Veranstaltung, nach dem Auftakt am 22.11.15 im Helm Stierlin Institut, fand anlässlich des 90. Geburtstags von Helm Stierlin im DAI Heidelberg statt.
„Vernetzung“ stand dabei im Mittelpunkt: Vernetzung der Feier für Helm Stierlin mit den Anliegen von „Beziehungsweise(n)“ zum Thema „Bezogene Individuation“, Vernetzung der – erfreulicherweise 120 – Gäste, ihrer Gedanken und Ideen untereinander und damit auch die Vernetzung der systemischen Heidelberger Welt.

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 Es war uns ein Herzensanliegen, den großen Saal im DAI liebevoll zu gestalten, denn es ging ja darum, einen angemessenen Rahmen zu schaffen für die Würdigung des Pionierpaares der systemischen Familientherapie in Deutschland, Helm und Satuila Stierlin und ihrer herausragenden Verdienste und Leistungen auf diesem Gebiet.

Zentraler Blickfang im Raum war eine riesige grüne Timeline:
Dorothee Witte hatte eigens für diese Veranstaltung eine 85 m lange grüne „Schlange“ genäht (und damit auch den Bezug zu unserem Logo hergestellt), die sich durch den gesamten Raum wand, ihr Geheimnis aber nicht so schnell preisgab.

Wir, Andrea Eitel und Sibylle Kettgen, Vorstand der gemeinnützigen Genossenschaft BZW.Beziehungsweise(n), durften unsere Gäste und die Vertreter unserer Kooperationspartner begrüßen: Elisabeth Nicolai (hsi), Jochen Schweitzer (DGsF), Matthias Ohler (Carl-Auer Akademie und Carl-Auer Verlag), Rainer Hölzle (DGsP) und Regina Reeb-Faller (sysTelios Klinik), und danach öffnete sich der Raum für die Möglichkeiten der „lebendig verwirklichten Bezogenen Individuation“.

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Die Musik von Silke Steiger (Bratsche) und Thomas Reuter (Akkordeon sowie leckeres Finger-Food sorgten dafür, dass alle unsere Sinne gut eingestimmt waren, und so trafen sich gute Freunde wieder, sich bisher fremde Personen waren sich bekannt, und mittendrin das BZW-Team, immer ansprechbar für Fragen aller Art. So entstanden gemeinsame Schnittmengen in Bezogenheit, aber auch vielfältige, mit Neugier betrachtete Perspektiven.

Und nun die Timeline:
Die Idee war, Geschichte und Geschichten rund um die systemische Heidelberger Welt darauf festzuhalten (1974 – heute). Freunde, Gäste, Weggefährten, alle waren zu Beiträgen eingeladen. Sie hatten dafür – neben selbst Mitgebrachtem – jede Menge Materialien und Bilder zur Verfügung.
Witzige Anekdoten, prägende Momente, selbstverfasste Lyrik, Prosa, Musik, Bilder, alles fügte sich zu einem sehr inspirierten, humorvoll berührenden, Wertschätzung und Dankbarkeit ausdrückenden Ganzen.

Das Ehepaar Stierlin, die Gäste, wir als Gastgeber, alle waren ergriffen von dieser Dichte und Emotionalität.
Mechthild Reinhard nutzte diesen Moment intensiver Bezogenheit, um auf ihre unnachahmliche Weise das Konstrukt der „Bezogenen Individuation“ zu veranschaulichen.

Genial: die „bezogenen“ Metronome von Alfred Mack (demnächst auf unserer Homepage zu finden), an deren Beispiel Mechthild ihr persönliches Verständnis von „lebendig verwirklichter Bezogener Individuation“ beschrieb.

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Die Timeline endete an einem riesigen Berg druckfrischer Exemplare des Buches „Einführung in die eigenen Gedanken zur Bezogenen Individuation“.
Es wäre wunderbar, wenn sich viele von Ihnen eigeladen fühlten, in den Büchern ihre eigenen Ideen dazu festzuhalten, wir sind gespannt darauf, was daraus entstehen wird! (Buchbestellungen bitte bei info@beziehungsweisen.eu)

Bleiben Sie auch Sie gespannt und neugierig: Im Juli findet die Preview zum Film statt…

P.S. Es gibt jede Menge Fotos zu sehen, hier konnten wir nur eine kleine Auswahl unterbringen. Wer „Lust auf mehr“ Bilder hat, kann diese in den nächsten Tagen auf unserer Facebook-Seite finden. Wer unsere Letter künftig auch per Email empfangen will, kann sich hier anmelden.

Zweiter (News)Letter BZW – Veränderungsprozesse

Mit den verbleibenden Lettern in diesem Jahr möchten wir einen zweiteiligen Rückblick auf das BZW-Jahr geben. In diesem Letter thematisiert Christoph Huy die Veränderungsprozesse vor dem Kampagnenstart und knüpft damit an die die Entstehung des Projektes an. Das BZW-Team wünscht schöne Feiertage!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe an der systemischen Welt sich erfreuende Menschen, liebe Neugierigen, liebe User, liebe Community,

Mit dem ersten offiziellen Letter „Beziehungsweisen“ vor zwei Wochen haben wir versucht, uns vorzustellen und die Entstehungsgeschichte von „Beziehungsweisen“ als auch unser Anliegen zu skizzieren. Nun, mit dem zweiten Letter möchten wir Ihnen gerne beschreiben, welche Veränderungsprozesse sich bis zum Kampagnenstart ergeben haben.
Veränderungsprozesse stellen hierbei auch ein erstes, sehr zentrales Stichwort dar. Einerseits ließe sich der Begriff auf die Entwicklung des Films selbst beziehen. Wie weit ist die Produktion? Welches neue Material hat sich ergeben? Was sind nächste Schritte? Andererseits könnte man ihn aber auch auf die Organisation „Beziehungsweisen“ anwenden. Welche Strukturen haben sich manifestiert? Welche wurden wieder verworfen? Welches Team ist derzeitig wofür verantwortlich? Wo befinden wir uns gerade?

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Eine dritte, vierte oder vielleicht sechste Möglichkeit könnte wiederum darin bestehen, den Begriff der Veränderung selbst zum Thema werden zu lassen und als Teil des Prozess‘ zu verstehen. Vielleicht mag dies banal klingen, dennoch scheint es für uns ein wesentlicher Aspekt, um möglichst lösungsorientiert zu arbeiten. Vermeintliche Umwege können so vielmehr als Erweiterung unserer persönlichen Landkarte und nicht als Rückschritt, Zeitverschwendung oder ähnliches angesehen werden.
Dieser Letter stellt selbst ein sehr treffendes Beispiel für unsere Herangehensweise dar. Sinn und Zweck eines herkömmlichen Newsletters ist es, Informationen zu einem bestimmten Thema, Gegenstand etc. zu vermitteln. Umsetzungsmöglichkeiten gibt es jedoch unzählige. Es stellen sich Fragen, wie: „Wer sind unsere Adressaten?“, „Welchen Schreibstil wollen wir verwirklichen?“, „Siezen wir?“, „Duzen wir?“ „Welche Inhalte sind uns wichtig?“, „Woran erkennen wir vermeintlich wichtige Inhalte?“, „Wie wollen wir diese in Sprache gießen?“, „Welche Intervalle erhalten beim Leser Neugier bei gleichzeitiger Vermeidung von Überstrapazierung?“ oder „Wie sieht es denn überhaupt mit Gendern aus?“.
Fragen über Fragen! Bewusst wurde uns bei der Beantwortung dieser Fragen vor allem, dass wir ein multiperspektivisches Team sind. Es gibt nicht die eine richtige Sichtweise über „Beziehungsweisen“, die zusammenfasst wer wir sind, was wir wollen und wo wir gerade stehen. Vielmehr erleben wir uns als System, das sich in ständiger Wechselwirkung/Veränderung miteinander befindet und dabei gleichzeitig zu ganz persönlichen inneren Dialogen oder Multilogen anregt wird. Um genau diesen inneren Dialogen Beachtung zu schenken, haben wir uns derzeitig dafür entschieden, den Letter als Plattform zu nutzen, um unterschiedliche Sichtweisen auf „Beziehungsweisen“ zu verdeutlichen und ganz persönliche Veränderungsprozesse zum Ausdruck bringen zu können.
Heute wollen wir Stefans Sichtweise ein wenig genauer betrachten. Stefan (Pätz) leitet das Institut für systemisch-lösungsorientierte Gesprächsführung (LöWe – Lösungsorientierte Weiterbildung) in Mainz und ist am Mainzer Universitätsklinikum als Diplom-Psychologe tätig. Seit Januar dieses Jahres engagiert er sich zudem bei BZW. Während der regelmäßigen Teamtreffen veränderte sich seine Rolle stetig – vom anfänglichen „freien Radikalen“, der Außenperspektiven einnimmt, laut denkt und ungewöhnlich kommentiert, hin zu einem festen Bestandteil des Kernteams. Aktuell beschäftigt sich Stefan mit Aufgaben aus den Bereichen Wissensmanagement und Redaktion – und wenn er sich diese Veränderung im Nachhinein vor Augen hält, muss er selbst ein wenig schmunzeln.
Aber genau das ist BZW! Ständige Veränderung! Aus Stefans Sicht war zu Beginn noch keine klare Zielvision des Teams vorhanden. Es bestand die Filmidee und eine Gruppe engagierter Personen, die „einfach mal machten“. Im Laufe der Zeit rückten dann Prozess und Identitätsfindung stärker in den Mittelpunkt. „Welche individuellen Bedeutungen haben wir für uns mit dem Projekt BZW konstruiert?“, „Wer sieht welche Verantwortlichkeiten wo?“ oder „Wo sieht sich jeder in diesem Zusammenhang selbst?“, waren hierbei zentrale Fragen. Dabei wurden schnell unterschiedliche Sichtweisen, Nähen, Distanzen und zuvor nur unbewusst wahrgenommene Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten sichtbar. Weiterhin könnte man hierin die Geburt des sogenannten Kernteams von BZW sehen, also zentrale Ansprechpartner für bestimmte Themen. Stefan wurde dabei bewusst, dass er vielleicht gedanklich frei und radikal unterwegs ist, aber eigentlich bereits diverse Aufgaben übernimmt, die ihm zum Teil des Kernteams werden lassen.

Aber nun zurück zu den „hard facts“! Nach wie vor arbeitet das Filmemacherteam Laura (Strümpfel) und Marc (Schmitt) mit Hochdruck an dem Filmprojekt ,,Satu und Helm – Beziehungsweisen“. Dabei gelingt ihnen, soweit ich das beurteilen kann, ein ausgezeichneter Spagat zwischen ergebnisorientiertem Arbeiten in Form von konkreten Dreharbeiten und liebevoller, wertschätzender Berücksichtigung persönlicher Befindlichkeiten der Protagonisten.
Parallel liefen die letzten Monate die Vorbereitungen des Kampagnenstarts auf Hochtouren. Unser Webauftritt, Grafikdesign, Präsenz in sozialen Netzwerken, Fundraising, Dankeschöns, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung nahmen zu dieser Zeit eine zentrale Rolle ein. Für Stefan ist die Kampagne besonders wichtig, denn er sieht in ihr, zusammen mit dem Film, einen Türöffner, um die systemische Welt ein Stück stärker zu vernetzen. Vielleicht könnte sie als Anstoß dienen, um in Zukunft neue oder bereits bestehende Herausforderungen gemeinsam angehen zu können. Er persönlich würde z.B. gerne eine größere Diskussion anstoßen, wohin die systemische Szene sich zukünftig entwickelt und welche Auswirkungen die sozialrechtliche Anerkennung der systemischen Therapie einerseits für unser Gesundheitssystem, andererseits aber auch für die Vermittlung systemischer Inhalte haben könnte.
Diese Fragen lassen deutlich werden, dass auch hier, das Thema dieses Letters, Veränderung, eine zentrale Rolle einnimmt. Heute haben wir versucht zu zeigen, wie wir derzeitig versuchen, dieses Konstrukt konstruktiv und ressourcenorientiert in unsere Arbeitsweise zu integrieren. Entstanden ist dabei u. a. die Idee eines Meta-Letters, der die Gedanken einzelner Beteiligter in den Vordergrund rückt und angemessen berücksichtigt. Damit versuchen wir, vor allem die Gefahr zu umgehen, Generalisierungen, Pauschalisierungen und „wirklich-wirkliche Wirklichkeitskonstruktionen“ beschreiben zu müssen.
In diesem Sinne sei gesagt: „Behalten Sie sich Ihre Veränderungsbereitschaft bei und bleiben Sie neugierig auf den nächsten Letter. Wir freuen uns schon jetzt über Ihr Interesse.“

Newsletter Dezember 2015

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe an der systemischen Welt sich erfreuende Menschen, liebe Neugierigen, liebe User, liebe Community,

das lange Warten hat ein Ende. Wir möchten Ihnen heute den ersten offiziellen Newsletter von „Beziehungsweisen“ präsentieren und diesen gerne nutzen, um Ihnen einige Fragen zu beantworten, von den wir meinen, dass sie für Sie vielleicht interessant sein könnten. Dazu möchten wir uns zunächst einmal vorstellen! Wer sind wir überhaupt? Wofür haben wir uns zusammengefunden? Was sind unsere aktuellen Projekte? Und wohin soll es weitergehen?
Die Frage nach dem „Wer?“ lässt sich relativ knackig beantworten. Wir sind nämlich ein kunterbunter Haufen von Personen mit verschiedensten Interessen, Neigungen und Fähigkeiten, die es lieben, in eine Denkrichtung abzudriften, die gerne als „systemisch(-orientiert)“ bezeichnet wird.
Die Frage nach dem „Wofür?“ gestaltet sich hingegen wesentlich komplexer und bedarf einer kleinen Vorgeschichte.
Bereits im vergangen Jahr, 2014, begann unsere Filmemacherin, Laura Strümpfel, mit dem Filmprojekt „Beziehungsweisen für Lebensdialoge“. Im Dialog mit Satu(ila) (80) und (Will)Helm (89) Stierlin, versucht Laura die Themen: „bezogene Individuation“ und „Resilienz“ aufzugreifen und mit dem Lebenswerk des Pionierpaars der systemischen Familientherapie in Deutschland zu verknüpfen und zu würdigen. In Alltagsbeobachtungen und Gesprächs-„Reisen“ auf mehreren Dialogebenen (Paarbeziehung, Mehrgenerationen-Perspektive, wichtige Bezugspersonen), erkundet der Film damit „Beziehungsweisen“, die aus Satus und Helms Bemühen um „Selbstentfaltung in Bezogenheit“ bis ins Hier und Jetzt erwachsen und widmet sich dabei den Fragen:

  • Wie wird aus dem eigenen (Da-)Sein ein immer wieder neu gelingendes (Beziehungs-)Leben?
  • Welche Formen von Bezogenheit und welches Maß an Abgrenzung und Individuation braucht es dafür?
  • Und wo liegen die Quellen menschlicher Widerstands- und Wandlungsfähigkeit, mit denen wir in den Untiefen des Lebens neue Horizonte in uns öffnen können?

Seit dem Beginn des Filmprojekts gab es natürlich viel Bewegung und Laura erhielt nach und nach mehr Unterstützung. Eine kleine Gruppe von Personen beschäftigte sich immer intensiver mit Lauras Idee und aufgrund der Konstellation zahlreicher günstiger Zufälle wurde aus der kleinen Gruppe irgendwann eine Gruppe, die wir selbst nun als groß bezeichnen. Während der Großteamtreffen kam es immer wieder zu Gedankenverwirbelungen und irgendwann hielten wir für uns fest: „Beziehungsweisen ist viel mehr als ein Film!“.

Der Film ist nun ein Projekt der gegründeten Genossenschaft „Beziehungsweisen“. Die Genossenschaft als Organisation würde sich gerne irgendwann als Brücke, als Fähre, als Flugzeug oder Fahrrad, als ein da-da-zwischen, als einen Ort des multilogischen Austauschs für systemisch –orientierte, -beeinflusste, -geprägte, -angereicherte Ideen vielfältigster Art und Weise beschreiben wollen.

Gerne dürfen sie sich das Bild einer schillernden Insellandschaft abrufen. In dieser Welt gibt es vielleicht Blumeninseln, Vulkaninseln, Geysirinseln, Papageieninseln, Pinguininseln oder auch blumige Papageieninseln. Jede dieser Inseln ist einzigartig, faszinierend und wunderschön. Damit diese Inseln aber auch bereist und erkundet werden können, möchten wir gerne eine Landkarte entstehen lassen. Und vielleicht entstehen in diesem gemeinsamen Prozess auch neue Inseln… Deshalb möchten wir Sie hiermit ermutigen und einladen, mit uns, eine Ebene des gemeinsamen Austausches entstehen zu lassen. Aber „Wie geht es weiter?“ und „Wohin?“ wollen wir als nächstes. Zum einen entsteht der Film in Zusammenarbeit mit der „kleinen Gruppe“, die nun in intern den Namen „Kernteam“ erhalten durfte, und dem Ehepaar Stierlin. Damit dieses Vorhaben angemessen realisiert werden kann, wurde zunächst eine Spendenkampagne und für November 2015 im Helm Stierlin Institut in Heidelberg eine Auftaktveranstaltung für sowohl „Beziehungsweisen – Der Film“ als auch für eine gemeinsame Kampagne für eine bezogene Individuation in unserer systemischen Beziehungswelt geplant. Mehr zum weiteren Projektverlauf und unsere Eindrücke der Auftaktveranstaltung gibt es in Kürze….

Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihr Interesse an „Beziehungsweisen“.